Was ist Linux Mint 22?
Linux Mint erscheint in sogenannten Generationen: Die aktuelle Generation heißt „22" und basiert auf Ubuntu 24.04 LTS. Innerhalb dieser Generation gibt es eine Erstveröffentlichung (22 „Wilma") und Punkt-Releases (22.1, 22.2, 22.3), die neue Funktionen und Verbesserungen bringen, ohne die Basis zu wechseln. Alle 22.x-Versionen teilen dasselbe Software-Fundament und haben Support bis April 2029.
Linux Mint ist für Windows-Umsteiger besonders gut geeignet: Der Cinnamon-Desktop sieht aus wie eine aufgeräumte Version von Windows 10 – Startmenü unten links, Taskleiste, Systemtray. Wer umsteigt, findet sich ohne große Eingewöhnung zurecht.
Linux Mint 22 „Wilma"
25. Juli 2024 · Kernel 6.8 · Cinnamon 6.2
Wilma war die erste Version der 22er-Generation und brachte eine Reihe grundlegender Neuerungen mit sich:
- PipeWire als Standard-Soundserver: Der modernere Audio-Dienst PipeWire löst PulseAudio ab – mit besserer Latenz, breiterer Bluetooth-Kompatibilität und verbesserter Leistung bei Videokonferenzen und Gaming.
- Cinnamon 6.2: Neue Nemo-Aktionsverwaltung mit verschachtelten Untermenüs, viele Fehlerbehebungen und Performance-Verbesserungen.
- Thunderbird als .deb-Paket: Während Ubuntu Thunderbird nur noch als Snap anbietet, pflegt Linux Mint das E-Mail-Programm weiterhin als klassisches Debian-Paket – ohne Snap-Abhängigkeit.
- Verbessertes Software-Center: Schnelleres Laden, besseres Multithreading, neue Einstellungsseite. Nicht verifizierte Flatpaks sind standardmäßig deaktiviert und werden klar als solche markiert.
- HiDPI-Verbesserungen: Bessere Darstellung auf hochauflösenden Bildschirmen beim Startvorgang und am Anmeldebildschirm.
- Weniger Speicherverbrauch: Nicht benötigte Sprachpakete werden am Ende der Installation automatisch entfernt.
Linux Mint 22.1 „Xia"
Januar 2025 · Kernel 6.8
Die erste Punkt-Version der 22er-Generation brachte vor allem Stabilitätsverbesserungen und Detailverfeinerungen gegenüber Wilma. Kernel 6.8 ist der Standard – für ältere Hardware oder Systeme mit NVIDIA-Karten, die den veralteten 470-Treiber benötigen, ist 22.1 bis heute die empfohlene Installationsbasis, da 22.2 und 22.3 auf den neueren HWE-Kernel 6.14 umgestellt haben.
Von 22.1 aus kann problemlos auf 22.2 und 22.3 aktualisiert werden, ohne dass dabei zwingend auf den HWE-Kernel umgestiegen werden muss.
Linux Mint 22.2 „Zara"
September 2025 · Kernel 6.14
Zara brachte mehrere spürbare Neuerungen:
- Fingerabdruck-Anmeldung: Wer einen Fingerabdruckleser im Gerät hat, kann sich damit direkt am Anmeldeschirm identifizieren – ohne Passwort eingeben zu müssen.
- Akzentfarben: Für die Benutzeroberfläche können nun Akzentfarben gewählt werden – ein kleiner, aber optisch ansprechender Schritt zur Personalisierung.
- Weichzeichner-Effekt am Anmeldebildschirm: Ein Blur-Effekt beim Login – eine optische Verfeinerung, die den Eindruck eines modernen Systems unterstreicht.
- Verbesserte Software-Verwaltung: Der Software-Manager wurde weiter überarbeitet und zeigt Systemanwendungen und Flatpaks übersichtlicher nebeneinander.
- HWE-Kernel 6.14: Bessere Unterstützung für neuere AMD-Prozessoren und andere aktuelle Hardware.
Linux Mint 22.3 „Zena"
13. Januar 2026 · Cinnamon 6.6
Zena ist das bisher umfangreichste Update der 22er-Generation und brachte vor allem Verbesserungen am Cinnamon-Desktop:
- Neues Startmenü: Das Startmenü wurde grundlegend überarbeitet. Es hat jetzt eine flexible Seitenleiste mit Avatar, Favoriten und zuletzt genutzten Orten. Kategorien und Symbole wurden vereinfacht, die Tastatursteuerung verbessert.
- Neue System-Apps: „Systeminformationen" und „Systemverwaltung" – zwei neue Werkzeuge, die einen strukturierten Überblick über das laufende System und administrative Aufgaben bieten.
- Wayland-Verbesserungen: Tastaturlayout und Eingabemethoden funktionieren jetzt auch unter Wayland zuverlässig – ein wichtiger Schritt hin zur vollständigen Wayland-Unterstützung.
- Neue XApp-Symbole: Ein neues, einheitlicheres Symbolset für das gesamte System – notwendig geworden, weil GNOME bestimmte Icons aus seinem Standardsatz entfernte, auf die Mint angewiesen war.
- Taskleisten-Badges: App-Symbole in der Taskleiste können jetzt Zähler anzeigen – etwa wie viele ungelesene E-Mails vorliegen.
- Aufgaben pausieren: Dateioperationen im Dateimanager Nemo lassen sich jetzt pausieren – praktisch bei großen Kopier- oder Verschiebevorgängen.
Von Linux Mint 22, 22.1 und 22.2 kann direkt auf 22.3 aktualisiert werden – über den integrierten Update-Manager ohne Neuinstallation.
Welche Version soll ich installieren?
Wer neu installiert, nimmt Linux Mint 22.3 „Zena" – die aktuellste Version mit dem meisten Funktionsumfang.
Ausnahme: Wer eine NVIDIA-Grafikkarte der älteren Generation hat, die auf den veralteten 470-Treiber angewiesen ist, sollte Linux Mint 22.1 „Xia" installieren – wegen des dort enthaltenen Kernels 6.8, der diesen Treiber noch unterstützt. Anschließend kann auf 22.3 aktualisiert werden, ohne automatisch auf den neueren HWE-Kernel zu wechseln.