Was ist LMDE?

Linux Mint gibt es in zwei Varianten: Die Hauptausgabe basiert auf Ubuntu, die Linux Mint Debian Edition (LMDE) basiert direkt auf Debian. Beide sehen fast identisch aus und bieten dieselbe Bedienoberfläche – doch der Unterbau ist ein anderer.

LMDE existiert als strategische Absicherung des Linux-Mint-Projekts: Sollte Ubuntu oder Canonical eines Tages wegfallen, könnte Linux Mint ohne Unterbrechung auf LMDE umsteigen. Es zeigt aber auch, dass das Mint-Team seine eigene Arbeit nicht von einem einzelnen Anbieter abhängig machen möchte.

Für Nutzer, die Canonical und seinen zunehmenden Druck auf das Snap-Paketformat mit Skepsis betrachten, ist LMDE eine attraktive Alternative – mit demselben vertrauten Mint-Desktop, aber ohne Ubuntu als Zwischenschicht.


Was ist neu in LMDE 7?

Neue Basis: Debian 13 „Trixie"

LMDE 7 basiert auf dem im August 2025 erschienenen Debian 13 „Trixie" – mit Linux Kernel 6.12 LTS, GNOME 48 als Basis-Framework und über 70.000 verfügbaren Paketen. Der Kernel 6.12 wird als Long-Term-Support-Version langfristig mit Sicherheitsupdates versorgt – das sorgt für Ruhe und Stabilität.

Mint-22.2-Funktionen auf Debian-Basis

LMDE 7 enthält alle Neuerungen, die Linux Mint 22.2 „Zara" eingeführt hat: Fingerabdruck-Anmeldung, PipeWire als Standard-Soundserver, Akzentfarben, verbesserte Software-Verwaltung und die optimierte Anmeldeoberfläche. Das Ergebnis: Ein LMDE, das sich moderner anfühlt als seine Vorgänger.

OEM-Unterstützung

LMDE 7 unterstützt erstmals OEM-Installationen – eine Funktion, die es ermöglicht, das System für einen anderen Nutzer vorzubereiten, ohne dabei das eigene Benutzerkonto anzulegen. Das ist besonders praktisch für alle, die Linux-PCs einrichten und weitergeben.

Nur noch 64-Bit

Da Debian 13 die 32-Bit-Architektur (i386) nicht mehr als vollständig unterstützte Plattform führt, erscheint LMDE 7 nur noch für 64-Bit-Systeme (amd64). Praktisch alle Computer der letzten 15 Jahre sind 64-Bit-fähig – für die allermeisten Nutzer ändert sich dadurch nichts.

Vertrauter Cinnamon-Desktop

LMDE 7 bietet ausschließlich den Cinnamon-Desktop – MATE und Xfce, die in der Ubuntu-basierten Hauptausgabe von Mint verfügbar sind, gibt es hier nicht. Cinnamon mit seinem Windows-ähnlichen Layout ist aber ohnehin die mit Abstand beliebteste Mint-Variante.

Kein Snap-Store

Wie alle Mint-Versionen blockiert auch LMDE 7 den Snap-Store aktiv. Software wird über die klassische Paketverwaltung (APT) oder Flatpak installiert – keine Snap-Pakete, keine Abhängigkeit von Canonicals Infrastruktur. Für Nutzer, die das bewusst als Vorteil sehen, ist das ein wichtiges Merkmal.


LMDE 7 oder Linux Mint 22.3?

Beide Varianten bieten dieselbe vertraute Mint-Erfahrung. Die Unterschiede sind vor allem technischer Natur:

Linux Mint 22.3LMDE 7
Basis Ubuntu 24.04 LTS Debian 13 „Trixie"
Kernel 6.14 (HWE) 6.12 LTS
Desktops Cinnamon, MATE, Xfce Nur Cinnamon
Treiberverwaltung Vollständig grafisch Eingeschränkt
Support bis April 2029 LTS, mehrere Jahre
Ubuntu-Abhängigkeit Ja Nein

Für Einsteiger und die meisten Nutzer ist Linux Mint 22.3 die unkompliziertere Wahl – größeres Software-Angebot durch Ubuntu-Unterbau, vollständige Treiberverwaltung, breitere Community-Unterstützung. LMDE 7 ist die Wahl für alle, die bewusst auf Ubuntu verzichten möchten, Debian als stabilere Langzeitbasis bevorzugen oder einfach neugierig auf die Alternative sind.

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