Ein Update ohne neue Features?
Windows 11 25H2 erschien am 30. September 2025 – und ist in vielerlei Hinsicht ein ungewöhnliches Update. Microsoft hat offiziell bestätigt: 25H2 bringt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine neuen Features.
Das klingt merkwürdig, hat aber einen technischen Hintergrund: 25H2 basiert auf exakt demselben Quellcode wie 24H2. Neue Funktionen wurden bereits mit den monatlichen Updates für 24H2 ausgeliefert – 25H2 schaltet davon lediglich einige frei, die unter 24H2 noch deaktiviert waren. Für die meisten Nutzer ist der Unterschied im Alltag kaum spürbar.
Wie funktioniert das technisch?
Microsoft hat sein Update-Modell für Windows 11 in den letzten Jahren verändert. Statt einem großen, eigenständigen Upgrade pro Jahr werden neue Funktionen kontinuierlich über monatliche Updates ausgeliefert – zunächst oft deaktiviert, bis sie bereit sind.
Das jährliche Feature-Update (H2) ist dann nur noch ein sogenanntes Enablement Package – ein winziges Paket (unter 200 KB), das bestimmte Funktionen aktiviert und die Versionsnummer erhöht. Die eigentlichen Dateien sind bereits installiert. Für Nutzer, die schon 24H2 verwenden, dauert das Upgrade auf 25H2 entsprechend nur wenige Minuten und erfordert einen einzigen Neustart.
Wer noch Windows 11 23H2 oder älter nutzt, erhält kein kleines Enablement-Paket, sondern muss ein vollständiges System-Upgrade durchführen.
Was ändert sich trotzdem?
Auch wenn 25H2 selbst keine neuen Features mitbringt: Im Laufe des Jahres 2025 hat Microsoft über monatliche Updates eine Reihe von Neuerungen ausgerollt, die sowohl in 24H2 als auch in 25H2 verfügbar sind.
Microsoft hat den Schwerpunkt bei 25H2 auf Sicherheitsverbesserungen gelegt. Dazu gehören Fortschritte bei der Erkennung von Schwachstellen zur Laufzeit sowie der Wegfall veralteter Komponenten: PowerShell 2.0 und das Windows-Management-Befehlswerkzeug WMIC wurden entfernt, da sie als potenzielle Angriffsflächen galten.
Einige Copilot+-Funktionen, die in 24H2 noch deaktiviert waren, werden mit 25H2 standardmäßig freigeschaltet – darunter Verbesserungen an Recall und Click to Do sowie ein neues „AI Actions"-Kontextmenü im Datei-Explorer. Diese Funktionen setzen weiterhin einen Copilot+ PC voraus.
Für Unternehmen bringt 25H2 verbesserte Wi-Fi-7-Unterstützung sowie die Möglichkeit, vorinstallierte Microsoft-Store-Apps über Gruppenrichtlinien zu entfernen. Das ist für IT-Abteilungen relevant, für Privatnutzer weniger.
Der wichtigste praktische Grund für ein Upgrade: 25H2 setzt die Support-Uhr neu. Home- und Pro-Nutzer erhalten damit zwei Jahre Sicherheitsupdates bis Oktober 2027, Enterprise-Kunden drei Jahre bis Oktober 2028. Wer auf 24H2 bleibt, läuft schneller in ein Support-Ende.
Über die monatlichen Updates 2025 kamen viele kleinere Verbesserungen: überarbeitete Teilen-Funktion mit Bildvorschau, neue Position für Bildschirmindikatoren (Helligkeit, Lautstärke), Verbesserungen beim Teilen von Bildern und Dateien sowie kleinere Anpassungen an der Taskleiste.
Soll ich upgraden?
Für Nutzer von Windows 11 24H2: Das Upgrade auf 25H2 ist klein, schnell und risikoarm. Der wichtigste Grund ist der verlängerte Support. Wer ohnehin automatische Updates aktiviert hat, erhält 25H2 schrittweise ohne Eingriff.
Für Nutzer von Windows 11 23H2: Der Support für diese Version endete im November 2025. Ein Upgrade auf 25H2 ist aus Sicherheitsgründen empfohlen – allerdings als vollständiges System-Upgrade, nicht als kleines Paket.
Für Nutzer von Windows 10: 25H2 ändert an der Grundsituation nichts. Der Support für Windows 10 endete im Oktober 2025. Die Frage, ob ein Wechsel zu Windows 11 oder eine Alternative sinnvoller ist, hängt von der Hardware und den persönlichen Anforderungen ab.
Windows 10 – Optionen nach dem Support-Ende Windows 11 24H2 – Was ist neu?